Wie kann man die eigene Sprachkompetenz erweitern?

Am besten studiert man die Techniken seiner literarischen Vorbilder, ahmt sie nach und parodiert sie. Man achtet dabei besonders auf Sprachrhythmus, syntaktische Strukturen und Wortwahl. Man versucht, sich die Sprache einzuverleiben. Theoretische Kenntnisse nützen nicht viel, entscheidend ist das Einüben.

Erweitern Sie systematisch Ihr Vokabular durch Lektüre aller Art. Notieren Sie sich unbekannte Wörter und Redewendungen, gelungene Vergleiche und Bilder. In Bereichen, in denen Sie sich nicht sicher fühlen, konsultieren Sie besser einen Textprofi, auf keinen Fall geben Sie sich die Blöße und verirren sich in Formulierungen, die am Ende falsch sind und womöglich Peinlichkeiten nach sich ziehen. Ein Lektorat kann alle Zweifel beseitigen und Ihren Text in eine ansprechende – und vor allem fehlerfreie – Form bringen, bevor Sie ihn Ihrem Adressaten zuschicken oder ihn einer größeren Leserschaft vor Augen führen.

Viele anspruchsvolle Autorinnen und Autoren betreiben heutzutage die Strategie, sprachlich zu verfremden, auffallend zu machen, Sprache als Kunstgriff einzusetzen, um die Wahrnehmung zu verlängern. Sie misstrauen gründlich der glatten Formulierung und kultivieren eigenwillige, sperrige Darstellungsstrategien. Aber: Stil, so sagt man, ist der Mensch selbst. Das bedeutet, Stil entsteht von alleine, wenn man eine Aufgabe zu bewältigen versucht und sich sprachlich an einer Sache abarbeitet. Stil entsteht aber nicht durch einen absichtlich verfremdeten und angeblich individuellen Sprachgebrauch. Auf diese Weise entsteht nur Masche.

Die sprachliche Gestaltung darf den Leser nicht dauernd herausfordern, das strengt an und macht den Text auf Dauer zu kompliziert und nicht lesenswert. Schiefe Bilder, brüchige Rhythmen und ungeschickte Satzkonstruktionen sind nicht nur technische Fehler, sondern zerstören auch allzu leicht das Band zwischen Text und Leser. Sprachliche Übertreibungen und Verzerrungen, bewusst eingesetzte Stilbrüche müssen in ihrer Funktionalität einleuchten und überzeugen. Sie dürfen nicht aufdringlich oder gekünstelt wirken oder gar zum Selbstzweck werden. Die sprachliche Gestaltung darf den geneigten Leser nicht überfordern. Sie sollte vielmehr präzise treffen, überraschen und zusätzlich Assoziationen wecken. Noch stärker als Visualisieren wirkt Suggerieren, also das indirekte Hervorrufen vergessener Bilder und unterschwelliger Gefühle. Wer diese Kunst beherrscht, ist eine Meister! Auf keinen Fall sollte der Verfasser kommentierend eingreifen (es sei denn, er schreibt einen Kommentar, natürlich!). Das heißt, er sollte sich unter keinen Umständen profilieren wollen, und Allerweltsweisheiten sind nichts anderes als gedankliche Klischees - schwerer Fehler. Denken Sie immer an die Devise: Show, don't tell!

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen In Bereichen, in denen Sie sich nicht sicher fühlen, konsultieren Sie besser einen Textprofi, auf keinen Fall geben Sie sich die Blöße und verirren sich in Formulierungen, die am Ende falsch sind und womöglich Peinlichkeiten nach sich ziehen. Ein Lektorat kann alle Zweifel beseitigen und Ihren Text in eine ansprechende - und vor allem fehlerfreie - Form bringen, bevor Sie ihn Ihrem Adressaten zuschicken oder ihn einer größeren Leserschaft vor Augen führen.